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Tanz Kongress 2022 | Mainz | Sharing potentials

Dance Offering

Von und mit: Gade aka Kornkarn Rungsawang
Performance Asian Connections through Bodily Expressions Künstlerisches Programm
Fr. 17.6. | 11:30 bis 12:30 | Gutenbergplatz – Staatstheater Mainz
Sprache
Barrierefreiheit
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Gutenbergplatz

Gutenbergplatz – Staatstheater Mainz
Gutenbergplatz
55116 Mainz
Route (Google Maps)

Dance Offering ist ursprünglich eine halb-rituelle und zeremonielle Aufführung, die sich aus einer in der thailändischen Gesellschaft verwurzelten Tradition entwickelt hat, eine religiöse Kunstform, in der Tanz als Verhandlungsmethode eingesetzt wird: Der Mensch richtet Wünsche an heilige Objekte oder Götter, beispielsweise den Wunsch nach Erfolg. Wenn die Wünsche erfüllt werden, wird mit Hilfe der traditionellen Tänzer:innen den Göttern als Zeichen der Dankbarkeit ein Dance Offering vorgeführt. Am Anfang dieses Zyklus stehen immer die Angst und der Mangel an etwas. Aus Angst, in Armut zu verhungern, wünschen wir uns Geld und Wohlstand. Aus Angst zu versagen, wünschen wir uns Erfolg in unserem Studium oder bei der Arbeitssuche. Aus Angst, verletzt oder allein gelassen zu werden, wünschen wir uns Sicherheit oder einen Seelenverwandten. Was Dance Offerings von den vielen verschiedenen Arten ritueller Tänze, die in der thailändischen Kultur seit langem verwurzelt sind, unterscheidet, ist, dass sie keine reine Anbetungszeremonie verkörpern, sondern eine Art Tauschhandel. Wenn man das Dance Offering als Verhandlungsmethode betrachtet, bettelt kein:e Untergebene:r um etwas, sondern ist jemand, der auch etwas zu geben hat, falls die Wünsche erhört werden. Diese kulturelle Tradition ist in ganz Thailand verbreitet: Ob in Schreinen, Tempeln oder überall dort, wo mythische Rituale zelebriert werden – man geht hin, um zu beten und sich etwas zu wünschen, und bietet ein Dance Offering als Gegenleistung an. Die Form der tänzerischen Darbietung ist ein traditioneller thailändischer Tanz, der nicht nur die Kunst, sondern auch den religiösen Glauben des Betens und Wünschens an heilige Wesen vorführt. Dieses Ritual gibt es seit jeher in der thailändischen Geschichte, es hat Gültigkeit für die Gegenwart und ist von seinem Wesen her auf die Zukunft ausgerichtet. Damit leben darin gleichzeitig die Vergangenheit (Tradition), die Gegenwart und die Zukunft (die Wünsche, die erfüllt werden).

Wie können Dance Offerings an verschiedenen Orten so erfolgreich sein, insbesondere in den Vierteln der Metropole Bangkok, in denen sie jeden Tag zelebriert werden? In einem formalen Prozess und mit sehr konkretem Tanz geht Kornkarn Rungsawang auf die jeweils persönliche Interpretation der eigenen Wünsche und Hoffnungen der Zuschauer:innen ein. Das Dance Offering in Mainz tanzt Kornkarn Rungsawang als wechselseitiges Angebot. Auf dem Gutenbergplatz vor dem Staatstheater Mainz werden die individuellen Wünsche ihrer Zuschauer:innen beantwortet. Sie wird die Stadt erkunden – ebenso wie Elemente aus Wahrnehmung, Raum und Zeit und einen imaginären Raum schaffen, in dem Hoffnungen, Wünsche und Überzeugungen wohnen können, den imaginären Raum einer Verhandlung zwischen dem Weltlichen und dem Göttlichen. In ihrer Funktion als Medium der Verhandlung mit den heiligen Objekten bzw. Gott(heiten) hat sie eine sehr schwierige Aufgabe. Für die Verehrung und Weihung ist viel Vorbereitung erforderlich. Sie schminkt sich und zieht sich vollständig an, um sich für das Tanzopfer vorzubereiten.

Credits:

Choreografie und Performance: Kornkarn Rungsawang