Zum Hauptinhalt

Diese Website verwendet Cookies für eine optimale Benutzererfahrung.
Lesen Sie unsere Cookie-Erklärung

Tanz Kongress 2022 | Mainz | Sharing potentials

Temple of Care / foster shell with stray gods

Mit: Chartreuse, Theo Ilichenko, Camille Jemelen, Elsa M’bala aka AMET, Iocaste-Kyriaki Zografou Mantzakidou
Installation Well-being und die soziale Frage
Sa. 18.6. | 10:00 bis 18:00 | Temple of Care – Staatstheater Mainz
Sprache
Barrierefreiheit
EN
Barrierefrei

Temple of Care

Temple of Care – Staatstheater Mainz
Gutenbergplatz 7
55116 Mainz
Route (Google Maps)

Was wäre nötig, um zwischenmenschliche Strukturen der Fürsorge von Grund auf neu zu denken, jenseits von politischen Niederlagen, irreversiblen Verlusten und der hyperindividualisierten kolonial-kapitalistischen Fürsorgeindustrie?

In den letzten Jahren ist die Politik der Fürsorge zu einer der zentralen Dialoge in vielen Kunst- und Community-Kreisen geworden, einschließlich eines wachsenden Interesses an „queeren Fürsorgepraktiken“ durch Tanz und Performance. Die COVID-19-Pandemie hat diese Diskussion und ihre Praktiken noch dringlicher gemacht. Vor dem Hintergrund des aktuellen Krieges in der Ukraine ist es uns wichtig zu fragen, was „queere Fürsorgepraktiken“ in Zeiten von Krieg und Krise bedeuten. Gibt es sie noch, wenn man mit den Grenzen der eigenen Menschlichkeit und der anderer konfrontiert wird? Wie können wir füreinander da sein und temporäre innere Schutzräume schaffen, wenn keine anderen zur Verfügung stehen? Können Praktiken und intuitives Wissen marginalisierter Minderheiten zur Bewältigung von Traumata eine breitere Bedeutung haben und als übertragbare Fähigkeiten der Solidarität weitergegeben werden?

Im Rahmen des Tanzkongresses bieten wir einen Raum für persönliche Begegnungen und schaffen eine lebendige Installation, die wir bewohnen und umgestalten, während wir die vielen verkörperten Ansätze der queeren Fürsorgepraktiken tiefer erforschen. Ein Experiment zur Schaffung eines temporären poetisch-diskursiven Containers lädt die Besucher:innen dazu ein, darüber nachzudenken und zu üben, wie wir füreinander da sind. Wir wollen uns an den rauen Rändern des Unbekannten entlang bewegen, in die Erfahrungen der Anderen eintauchen, im Auge des Sturms präsent bleiben und gemeinsam nach der Möglichkeit suchen, Tagträume vorsichtig in Richtung gemeinsamer Befreiung und kollektiver Heilung zu entwickeln.

Wir hoffen, dass dieser Raum und der dadurch ermöglichte Austausch uns einer gemeinsamen fürsorgerischer Arbeit sowie einer etwas lebenswerteren täglichen Realität für diejenigen näher bringen kann, die von tiefgreifenden Verlusten und Gewalt betroffen sind.


Credits:

Zusammenarbeit Bühne und Kostüm: Lucia Vonrhein, Marielle Sokoll